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- Karlheinz
Schudt aus Deutschland
- email: info@maerchenfest.de / homepage: - Märchenzeitschrift
- schrieb am
14.3.01 zum Thema -Kein
Thema - einfach so-:
***Der Spatz und der
Samurai***
Ein großer Samurai hatte über die Jahre hinweg in unzähligen
Kriegen schon
viele Kämpfe für seinen Herren gewonnen. Nun aber
verlor er seinen ersten
Kampf.
Gedemütigt, voller Zorn gegen sich selbst und den Rest
der Welt, wollte er
seinem nun nichtswürdigen Leben ein Ende bereiten.
Er ritt die staubige Landstraße entlang, darüber
nachsinnend, wie er sich
nun am grausamsten und auffäligsten ins Jenseits befördern
könnte.
Plötzlich lag vor ihm auf der Straße ein kleiner Spatz
auf dem Rücken und
streckte seine beiden Füßchen zum Himmel.
Der Samurai, in seinem Denken gestört, hielt an und
schrie den Spatz an:
"Geh mir aus dem Weg, du nichtswürdiges Federvieh!"
Der Spatz aber entgegnete ganz keck: "Nein, das
werde ich nicht tun. Ich
habe eine große Aufgabe zu verrichten."
Der Samurai, ganz überrascht und erstaunt über die
selbstbewußte Antwort des
Spatzen, stieg von seinem Pferd ab, beugte sich zu dem
Spatzen hinunter und
sprach:
"Sage mir, was ist denn so wichtig, daß du mir den
Weg nicht freimachen
willst?"
"Oh", sagte der Spatz, "man hat mir
gesagt, daß heute der Himmel auf die
Erde fallen wird, und da liege ich nun, um ihn mit meinen
Füßen
aufzufangen."
Als dies der Samurai hörte, da fing er an zu lachen und
konnte beinahe nicht
mehr aufhören. Und er rief prustend:
"Was, du kleines Federknäulchen willst mit Deinen dürren
Beinchen den Himmel
auffangen?"
Der kleine Spatz erwiderte ganz ruhig und klar:
"Tja, man tut was man kann!"
Ich wünsche Ihnen
alles Gute,
Karlheinz Schudt, Märchenerzähler und Ausbilder
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