| OANAs |
| Mona / August 02 | Oana / Juli 02 / email | Walter / Juli 02 |
| Meine Großmutter hatte einen
alten, sich schon sehr lange in ihrem Besitz befindlichen
Wecker, der jeden Tag aufgezogen werden musste, damit er
nicht stehen blieb. Als sie gestorben ist (sie war bei
uns zuhause aufgebahrt und wir hielten dort die
Totenwache), lief er weiter. 3 Tage, um dann am dritten
Tag nachmittags stehen zu bleiben. Das Ticken verstummte um 15.30 Uhr .. dem Moment, da sie beerdigt wurde. Es war wohl der Moment, da sie auch unser Haus "verließ" .. |
Ein
Umbruch in meinem Leben manifestierte sich wie folgt: ab
dem Tag, an dem klar war, dass ich nicht mehr in einer
bestimmten Firma arbeiten würde, blieb meine
Schreibtischuhr stehen. Ich hatte noch fünf Tage an
meinem Arbeitsplatz zu tun, die Uhr lief nicht weiter.
Ich nahm sie als Symbol mit nach Hause. Als ich dort einen Tag später auf diese Uhr sah, bemerkte ich, dass sie ganz normal, ohne Batteriewechsel, weiterlief. |
Ich zog schon früh von England nach Südfrankreich und lebte dort ein ziemlich unbeschwertes Studentenleben. Meine Familie sah mich eher selten, denn ich konnte mir die Reisen nicht leisten. Meine Mutter beschwerte sich immer, dass ich mich nicht blicken liess und ich hatte permanent ein schlechtes Gewissen, was ich aber immer erfolgreich verdrängte. Irgendwann besuchte ich einen Freund, auch Engländer, den ich in Lyon kennengelernt hatte, in dessen Heimatstadt Brighton. Es wäre möglich gewesen, auch meine Eltern zu treffen, aber ich teilte ihnen von dieser Reise nichts mit. Als ich am ersten Tag so am Strand schlenderte, sah ich ca. 10 Meter entfernt einen Mann, der meinem Cousin verblüffend ähnlich sah. Er sah auch zu mir und wir gingen aufeinander zu: Er war es tatsächlich, sechs Jahre hatte ich ihn nicht mehr gesehen. Er war wie ich zum ersten Mal in Brighton. |
| Oana / Juli 02 / email | Oana / Juli 02 / email | Oana / Juli 02 / email |
| Mit einer
Freundin ging ich letzte Woche eine Strasse entlang und
erzählte gerade von einer Streßsituation mit einem Typ
in einem Amt, ich sagte: "Also, da kommt man sich
vor wie ein Schaf, so blöd können die dich
behandeln." Ich drehe mich nach rechts zu meiner
Freundin und sehe in diesem Moment auf einem Balkon ein
Stockwerk über uns, mitten zwischen Blumentöpfen, ein
blaues lebensgrosses Schaf aus Stuck, das mir direkt in
die Augen blickte. Zum Beweis hier der Schnappschuss mit
meiner Digicam: |
Als ich in der Pupertät war, verliebte ich mich hoffnungslos (na klar) in einen Jungen, den ich einmal in einer Disco kennengelernt und danach nicht wieder getroffen hatte. Er wohnte in einer anderen Stadt und ich kannte weder Namen noch Telefonnummer. Tag und Nacht dachte ich nur an ihn und konnte mich kaum mehr auf etwas anderes konzentrieren. Eines Tages nach der Schule ging ich mit einer Freundin die Strasse entlang und erzählte ihr, wie verrückt ich nach ihm sei: "Ich bin verrückt nach ihm, vor allem seine hohlen Wangen haben es mir angetan - verstehst du das?". Bei diesen Worten drehte ich mich zu ihr hin und sehe aus den Augenwinkeln ihn, kaum zehn Meter hinter uns stehen. Ich blieb wie angewurzelt stehen und sah ihn an. Er kam auf uns zu und erzählte, dass seine Mutter ihn hier um die Ecke zum Arzt geschickt hat, damit er endlich "seine hohlen Wangen" loswerde, sonst werde sie noch "verrückt". | Ein Bericht von einem Freund: Er flog eines Tages von München nach Hamburg. Kurz bevor die Stewardess mit dem Getränkewagen durch die Reihen kam, überlegte er, was er bestellen würde. Er schwankte zwischen Gin Tonic und Wodka Lemon. Er entschied sich für Wodka Lemon. Die Flugbegleitung kam näher, die Fluggäste vor ihm bestellten, er wiederholte in sich, also unhörbar, immer wieder "Ein Wodka Lemon bitte". Als die Reihe an ihn kam und die freundlich lächelnde Stewardess ihn nach seinen Wünschen fragte, dachte er wieder "Wodka Lemon" - sagte dann aber, ohne zu wissen warum, laut und deutlich: "Einen Gin Tonic, bitte." Die Bestellungen wurden alle aufgenommen und nach einer Weile an die Fluggäste verteilt. Als mein Freund dran war, stellte ihm die Stewardess mit lächelndem Gesicht ein Glas, ein Bitter Lemon und einen Miniwodka auf den Tisch: "Ihr Wodka Lemon, bitte sehr". Es gab keine Reklamation von einem der anderen Fluggäste - die Stewardess hatte den vorherrschenden Gedanken meines Freundes aufgenommen. Die tatsächlich gesprochenen Worte waren verloren gegangen. |
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