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Die Welt ist das Wunder, welches wir mit unserem Geist erschaffen - und wir erforschen diesen Geist mit unserem Geist, um zu erkennen, wie jener Geist diese Wunder bewirkt.

OANAs Magazin: 1 / 2
Meldungen, Ergebnisse, Entdeckungen und Erkenntnisse aus der Hirnforschung.
Proceedings / Juli 02 Proceedings / Juli 02 Proceedings / Juli 02
Besseres emotionales Gedächtnis bei Frauen

New Yorker Forscher unterzogen Frauen und Männer einem Test, bei welchem zum einen besonders aufwühlende, brutale und daneben emotional neutrale Fotos gezeigt wurden. Die dabei gemessenen Gehirnaktivität zeigte, dass bei Frauen die emotional aufwühlenden Fotos neun verschiedene Gehirnregionen stimulierten, während es bei Männern nur zwei waren. Dadurch prägten sich auch bei den weiblichen Probanden die Bilder besser ein, sodass sie Wochen später mehr Erinnerung an den Inhalt der Fotos hatten als die teilnehmenden Männer. Folglich haben Frauen für emotionale Erlebnisse ein besseres Gedächtnis als Männer.

Rhythmen bestimmen Lesen

Mangelndes oder verändertes Rhythmusgefühl könnte eine Ursache für Legasthenie sein. Bei Tests in London mit legasthenischen Kindern wurde festgestellt, dass diese weniger sensibel auf rhythmische Klänge oder Texte reagieren. Das Gefühl für Takt und Betonung ist aber wichtig für das Formen von Silben, Worten und Sätzen.

"Taktlos" im Alter

Die körpereignene Uhren gehen anscheinend im Alter nicht mehr richtig. Wie amerikanische und japanische Forscher jetzt bei Tests mit Ratten herausfanden, gibt es gravierende Unterschiede im Takt von jungen und älteren Tieren. Während bei jungen, gesunden Säugetieren die innere Uhr synchron läuft und damit z.B. Schlaf- und Wachphasen steuert, läuft der Zeittakt bei älteren falsch, die "Uhr" geht vor, zurück oder bleibt sogar stehen.

Spiegel / Juli 02 New Scientist / Juli 02 Neuron / Julii 02
Grösseres Gehirn durch Kochen

Britische Forscher stellen eine Theorie auf, nach der durch den Verzehr von Fleisch, sowie durch das Kochen von Nahrung dem Körper mehr Energie zugeführt worden ist und es gleichzeitig zu einer Einsparung an Kraftaufwand für die Verdauung gekommen ist. Rohe und vor allem Pflanzenkost benötigt wesentlich mehr Verdauungsenergie als gekochtes Essen. Somit hat sich der Darm im Laufe der Zeit verkleinert und die Energie, welche dadurch frei wurde, konnte sich von der Bauchgegend nach oben in den Kopf verlagern. Denn nach dem Gehirn nimmt beim heutigen Menschen immer noch der Darm die meiste Energie für sich in Anspruch. Folglich hat die Kochkunst die Evolution vorangetrieben und das Hirn des Menschen, bzw. seiner Vorläufer enorm vergrössert.

Raucher verlieren Gedächtnis

Nikotin tötet nicht nur Gehirnzellen, wie inzwischen bekannt, sondern verhindert wohl gleichzeitg auch die Neubildung nachwachsender Nervenzellen. Dies wurde bei einem Versuch französischer Forscher mit Ratten festgestellt. Betroffen ist dabei der Hippocampus, der als Zwischenspeicher für das Gedächtnis fungiert. So könnten sich die oft gravierenden Gedächtnisprobleme von starken Rauchern erklären lassen.

Lernen vor dem Schlafengehen

Wer etwas lernen muss, wie z.B. Sprachen oder auch ein Instrument, sollte nicht morgens, sondern am Abend üben und danach möglichst lange und ausreichend schlafen. Vor allem der Morgenschlaf ist dabei sehr wichtig. Der Lerneffekt am Abend wurde bei entsprechenden Forschungen um ca. 20% erhöht, beim Üben am Morgen dagegen nur um 2%.

San Francisco / Juli 02 Journal of Neurology / Juli 02 Nature Neuroscience / Juli 02
Weniger Wein für mehr Schlaf

Wer abends Alkohol trinkt, schläft zwar gut ein, erwacht jedoch häufig schon nach wenigen Stunden tiefen Schlafs. Alkohol wirkt in hohen Dosen dämpfend auf den Thalamus, eine für die Steuerung des Schlafs wichtige Gehirnregion. In geringen Dosen wirkt sie hingegen anregend. Nach ausgiebigen Alkoholgenuss baut sich der Alkohol im Blut nach und nach ab und der Thalamus schaltet in einen aktiveren Zustand.

Traurig durch Trägheit

Altersdepression ist nach neuesten Forschungen nicht unbedingt ein psychisches Problem. Anhand von Ultraschalluntersuchung stellten Forscher eine deutlich langsamere Fliessgeschwindigkeit des Blutes in den Hauptarterien des Gehirns fest. Evtl. gibt es so einen Zusammenhang zwischen dem verminderten Blutfluss und der typsichen Altersdepression.

Gehirn baut eigene Stressgrenze

Biologen in Waltham fanden eine Art Stressregler in Gehirnen von Ratten: sie hatten die Tiere jeweils im Dunkeln und bei Licht aufgezogen und die Aktivitäten in den für das Sehen zuständigen Hirnregionen miteinander verglichen. Ergebnis: Die Nervenzellen der im Dunkeln gross gewordenen Tiere reagierten viel stärker auf einzelne Reize als die Zellen der Tiere, die beim Heranwachsen im Hellen viele Lichteindrücke verarbeiten mussten. Als Fazit kann man davon ausgehen, dass im Laufe der Evolution die zunehmende Reizüberflutung vom Gehirn in der jeweiligen Intensität reduziert wurde, um nicht zu eskalieren.

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